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Zahlungsausfälle im Handwerk: Abschläge, Vorkasse oder Zahlungsgarantie?

Vorkasse, Abschläge, Factoring oder Zahlungsgarantie? Welche Absicherung gegen Zahlungsausfälle im Handwerk wirklich funktioniert.

Zahlungsausfälle im Handwerk: Abschläge, Vorkasse oder Zahlungsgarantie?

Lesezeit: 5 Minuten

Kurz gesagt: Ein einziger großer Zahlungsausfall kann einen kleinen Betrieb monatelang belasten. Es gibt mehrere Wege, sich abzusichern: Vorkasse, Abschlagszahlungen, Factoring und Zahlungsgarantie über eine Absatzfinanzierung. Wir zeigen, was jeder Weg leistet und wo seine Grenzen liegen.

Die Arbeit ist gemacht, die Rechnung ist raus. 18.500 Euro für ein neues Bad. Nach vier Wochen kommt nichts. Nach sechs Wochen eine Mail: Die Fugen seien ungleichmäßig, man behalte erst mal 20 Prozent ein. Nach acht Wochen kommt gar nichts mehr.

Du hast Material vorfinanziert, Deine Leute bezahlt, die Umsatzsteuer abgeführt. Und jetzt läufst Du Deinem eigenen Geld hinterher.

Warum Zahlungsausfälle Handwerker besonders hart treffen

Ein Handwerksbetrieb geht bei jedem Auftrag in Vorleistung. Material, Löhne, Fahrzeuge, alles ist bezahlt, bevor die Rechnung geschrieben ist. Ein großer offener Betrag reißt deshalb sofort ein Loch in die Liquidität.

Dazu kommt: Wer seinem Geld hinterherläuft, hat weniger Zeit für neue Aufträge. Mahnungen, Telefonate, im schlimmsten Fall Anwalt und Gericht. Das kostet Nerven und Geld, auch wenn Du am Ende recht bekommst.

Die vier Wege, Dich abzusichern

1. Vorkasse

Der Kunde zahlt ganz oder teilweise vor Beginn der Arbeiten. Das ist für Dich am sichersten, für den Kunden aber am unattraktivsten. Bei Privatkunden wirkt Vorkasse schnell misstrauisch und kann den Auftrag kosten. Sinnvoll ist sie vor allem für Material, das Du extra für den Kunden bestellst.

2. Abschlagszahlungen

Du stellst Teilrechnungen nach Baufortschritt, etwa nach Rohinstallation und nach Fertigstellung. Das verteilt das Risiko und ist bei größeren Projekten üblich. Aber: Den letzten Teil, oft den größten, zahlt der Kunde trotzdem erst am Ende. Und genau dort entstehen die meisten Streitigkeiten.

3. Factoring

Du gibst Deine Rechnung an einen Factoring-Partner ab und bekommst Dein Geld sofort, statt 30 bis 50 Tage zu warten. Der Partner übernimmt das Ausfallrisiko und kümmert sich um Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Das entlastet Deinen Kontokorrentrahmen bei der Hausbank und spart Dir teure Zinsen. Mit CraftPay bekommst Du die Auszahlung innerhalb von 24 Stunden nach Kundenbestätigung, und Dein Kunde kann trotzdem in Raten zahlen.

4. Zahlungsgarantie über Absatzfinanzierung

Der Kunde finanziert den Auftrag über eine Bank. Die Zusage kommt schon in der Angebotsphase, nach der Abnahme zahlt die Bank Dir den vollen Betrag. Das Ausfallrisiko liegt bei der Bank. Mit CraftPay ist das für Dich kostenlos.

Der Vergleich auf einen Blick

  Vorkasse Abschläge Factoring Absatzfinanzierung
Sicherheit für Dich Hoch Mittel Hoch Hoch
Akzeptanz beim Kunden Niedrig Mittel Hoch Hoch
Kosten für Dich Keine Keine Transparente Gebühr Keine mit CraftPay
Risiko bei der Schlussrechnung Gering Hoch Gering Gering
Hilft beim Verkaufen Nein Nein Ja, mit Ratenzahlung Ja, durch Monatsraten

 

Der wichtigste Unterschied steht in der letzten Zeile. Vorkasse und Abschläge sichern nur teilweise ab und helfen Dir nicht beim Verkaufen. Factoring und Absatzfinanzierung sichern Dich voll ab und geben Deinem Kunden gleichzeitig die Möglichkeit, in Raten zu zahlen. Beides bekommst Du bei CraftPay aus einer Hand.

Was Du zusätzlich tun kannst

Absicherung ist das eine. Ein sauberer Ablauf verhindert viele Probleme von vornherein:

•       Schriftliches Angebot und klare Auftragsbestätigung. Was nicht vereinbart ist, wird später gestritten.

•       Abnahmeprotokoll mit Unterschrift. Damit ist dokumentiert, dass die Leistung erbracht und angenommen wurde.

•       Rechnung sofort nach Abnahme. Jeder Tag Wartezeit macht das Zahlen unwahrscheinlicher.

•       Klares Zahlungsziel. „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen“ statt „zeitnah“.

•       Freundlich, aber konsequent mahnen. Erinnerung nach Fälligkeit, Mahnung nach weiteren 14 Tagen.

Mehr zur Planung Deiner Liquidität liest Du in Liquidität im Handwerk besser planen.

Was das für Deinen Betrieb bedeutet

Gegen jeden Zahlungsausfall gibt es kein Patentrezept. Aber es gibt einen Weg, bei dem Du schon vor Arbeitsbeginn weißt, dass Dein Geld kommt, ohne dass der Kunde Vorkasse leisten muss. Genau das leistet eine echte Absatzfinanzierung. Den Unterschied zum normalen Ratenkredit erklären wir in Absatzfinanzierung im Handwerk.

Häufige Fragen (FAQ)

Was mache ich, wenn ein Kunde wegen angeblicher Mängel nicht zahlt?

Lass Dir die Mängel schriftlich nennen und prüfe sie zeitnah vor Ort. Berechtigte Mängel beseitigst Du, unberechtigte weist Du schriftlich zurück. Bei größeren Beträgen lohnt sich frühzeitig rechtlicher Rat.

Ist eine Absatzfinanzierung für jeden Kunden möglich?

Nein, die Bank prüft die Bonität des Kunden. Genau deshalb ist sie für Dich so sicher: Du weißt vor Arbeitsbeginn, ob die Finanzierung steht.

Was passiert bei Mängeln mit der Absatzfinanzierung?

Ausgezahlt wird nach der Abnahme. Bei berechtigten, dokumentierten Mängeln fließt erst Geld, wenn sie behoben sind.

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CraftPay Redaktion