Absatzfinanzierung im Handwerk: Warum „Ratenzahlung“ nicht gleich Ratenzahlung ist
Ratenkredit oder echte Absatzfinanzierung? Warum nur eine davon Dir Dein Geld garantiert – direkt von der Bank.
Kurz gesagt: Ratenzahlung ist nicht gleich Ratenzahlung. Besorgt sich Dein Kunde selbst einen Kredit, landet das Geld bei ihm, und Du trägst das Risiko. Bei einer echten Absatzfinanzierung ist der Kredit an Deinen Auftrag gekoppelt: Die Zusage kommt schon beim Angebot, und nach der Abnahme zahlt die Bank direkt an Dich.
Es gibt zwei Arten, einem Kunden Ratenzahlung anzubieten. Beide heißen gleich. Beide klingen gleich. Doch nur bei einer bekommst Du sicher Dein Geld. Bei der anderen hoffst Du darauf.
Der Unterschied ist kein Detail für Juristen. Er entscheidet, ob Deine Liquidität an der Zahlungsmoral Deines Kunden hängt.
Variante A: Der Kunde besorgt sich einen Kredit
So läuft es oft: Du schreibst das Angebot. Dein Kunde geht zu seiner Hausbank oder klickt sich online einen Ratenkredit zusammen. Das Geld landet auf seinem Girokonto.
Und dann? Dann ist es sein Geld. Vielleicht zahlt er Deine Rechnung pünktlich. Vielleicht findet er plötzlich einen „Mangel“ und behält 15 Prozent ein. Vielleicht fließt ein Teil in das neue Auto. Du hast keinen Einfluss darauf.
Manche Anbieter verkaufen genau diese Konstruktion als „Handwerkerfinanzierung“ – und verlangen von Dir obendrein eine Provision. Du zahlst also dafür, dass Dein Kunde einen Kredit bekommt, der Dir nichts garantiert.
Variante B: Echte Absatzfinanzierung
Bei der Absatzfinanzierung ist der Kredit fest an Deinen Auftrag gekoppelt. Er finanziert genau diese Leistung, sonst nichts. Das Geld geht nicht an den Kunden, sondern nach der Abnahme direkt von der Bank an Dich.
Beispiel: Heizungsbau Langmüller baut für 28.000 Euro eine Wärmepumpe ein. Der Kunde hat die Finanzierung schon beim Angebot über CraftPay beantragt, die Zusage liegt vor. Nach dem Einbau unterschreibt der Kunde das Abnahmeprotokoll. Langmüller lädt es zusammen mit der Schlussrechnung hoch. Die Bank überweist 28.000 Euro an Langmüller. Die Raten zahlt der Kunde ab jetzt an die Bank.
Zahlt der Kunde später nicht, ist das ein Thema zwischen ihm und der Bank. Langmüller hat sein Geld.
Der Vergleich auf einen Blick
| Konsumentenkredit (Kunde finanziert selbst) | Absatzfinanzierung mit CraftPay | |
|---|---|---|
| Wohin fließt das Geld? | Auf das Konto des Kunden | Direkt von der Bank an Dich |
| Wann weißt Du, dass bezahlt wird? | Erst wenn die Zahlung eingeht | Schon in der Angebotsphase (Zusage) |
| Wer trägt das Ausfallrisiko? | Du | Die Bank |
| Kürzungen und Einbehalte | Möglich, Du musst hinterherlaufen | Voller Rechnungsbetrag nach Abnahme |
| Kosten für Dich | Oft Provision oder Gebühr | 0 Euro |
| Aufwand für den Kunden | Bankgespräch, Formulare | Digital, ca. 5 Minuten |
Und wie ist Dein Kunde geschützt?
Gute Frage, denn ein faires Modell muss auch für den Kunden fair sein. Bei der Absatzfinanzierung zahlt die Bank erst nach der Abnahme. Gibt es berechtigte, dokumentierte Mängel, fließt kein Geld, bis sie behoben sind.
Das ist kein Nachteil für Dich. Es ist ein Verkaufsargument. Dein Kunde weiß: Er bezahlt für eine fertige, abgenommene Leistung. Das schafft Vertrauen, und Vertrauen schließt Aufträge ab.
Was das für Deinen Betrieb bedeutet
Liquidität ist im Handwerk der Sauerstoff. Material vorfinanzieren, Löhne zahlen, und dann wochenlang auf die Schlussrechnung warten – das kennt jeder. Eine Absatzfinanzierung nimmt diesen Druck raus: Die Zusage kommt vor dem Auftrag, das Geld nach der Abnahme, das Risiko bleibt bei der Bank.
Die Frage ist also nicht, ob Du Ratenzahlung anbietest. Die Frage ist, welche.
Wie Du damit mehr und größere Aufträge gewinnst, liest Du in Mehr Umsatz im Handwerk. Den Gesamtüberblick gibt Ratenzahlung für Handwerker.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Absatzfinanzierung?
Eine Finanzierung, die an einen konkreten Kauf oder Auftrag gebunden ist. Die Bank zahlt den Kaufpreis an den Verkäufer, der Kunde zahlt in Raten an die Bank.
Ist Absatzfinanzierung für den Kunden ein Kredit?
Ja. Dein Kunde schließt einen Ratenvertrag mit der Bank. Der Unterschied liegt darin, dass dieser Vertrag mit Deinem Auftrag verbunden ist und das Geld direkt an Dich geht.
Muss ich als Handwerker einen Vertrag mit der Bank schließen?
Nein. CraftPay organisiert die Finanzierung und wählt den passenden Partner im Hintergrund. Für Dich gibt es keine Vertragsbindung.
Was passiert bei Mängeln?
Bei berechtigten, dokumentierten Mängeln wird nicht ausgezahlt, bis die Abnahme erfolgt ist.
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CraftPay Redaktion